Landschaftsfotografie – Fotografieren wie die Profis

Das Fotografieren von Landschaften kann von Gegenden zauberhafte Naturbilder schaffen, die Laien auf den ersten Blick verborgen bleiben. Für das perfekte Foto spielen viele Faktoren eine wichtige Rolle. Dabei kommt es nicht nur auf die richtigen Einstellungen der Kamera an, sondern auch der Bildaufbau und vor allem die Tageszeit entscheiden über die Qualität des Fotos. Aus diesem Grund ist die Landschaftsfotografie mit viel Präzision, Geduld und auch mit praktischen Erfahrungen verbunden.

Fotografie von einer bergigen Landschaft

Das perfekte Landschaftsfoto braucht vor allem Geduld. Bildquelle: jpeter2 / Pixabay

Equipment für Landschaftsfotografie

Das Fotografieren gilt als teures Hobby, da die Anschaffungskosten für die notwendige Ausrüstung nicht immer gering sind. Dabei ist immer die Art der Fotos für den finanziellen Aufwand entscheidend. Portraits und Produktbilder verlangen weit weniger Equipment als andere Disziplin – wie etwa die Landschaftsfotografie. Für die atemberaubenden Naturbilder müssen Fotografen auch mal tiefer in die Tasche greifen. Allerdings kann an dieser Stelle ein bisschen getrickst werden, da vieles teures Equipment auch ganz einfach und preiswert nachgebaut werden kann.

Die richtige Kamera

Alles beginnt mit der richtigen Kamera. Prinzipiell können Landschaften mit jedem Fotoapparat geschossen werden. Selbst mit einer Handykamera lassen sich schöne Naturfotos machen. Nichtsdestotrotz bleibt eine digitale Spiegelreflexkamera die beste Option, um die qualitativ hochwertigsten Landschaftsbilder zu schießen. Die Preisspanne dieser Kameras ist sehr breit aufgestellt und kann auch mal den eigenen finanziellen Rahmen sprengen. Allerdings bieten viele Händler im Internet über das Jahr hinweg preiswerte Deals für die unterschiedlichsten Modelle an, so dass Fotografen an dieser Stelle viel Geld sparen können.

Eine Spiegelreflexkamera ermöglicht im Gegensatz zur Digital- oder Handykamera ganz andere Facetten des Fotografierens, die sich besonders in der Qualität eines Naturbildes niederschlagen. Dazu gehören:

Wer zunächst erste Erfahrungen in der Landschaftsfotografie sammeln möchte, muss nicht direkt eine Spiegelreflexkamera kaufen. Viele Fotogeschäfte leihen für einen oder mehrere Tage Kameras aus. Sollte das eigene Budget allerdings sehr umfangreich sein und man spielt mit dem Gedanken, sich einen Fotoapparat zuzulegen, spricht alles für ein Modell mit Vollformat. Diese beginnen in der Regel zwar erst bei 2.000 Euro, sind für die Landschaftsfotografie aber ideal geeignet.

Wahl des Objektivs

Die Landschaftsfotografie lebt davon, möglichst viel von der Natur abzulichten. Daher bieten sich besonders Objektive im unteren Brennweitenbereich an. Obwohl Standard-Kit-Objektive mit einer unteren Brennweite von 18 Millimeter bereits gute Ergebnisse liefern, sind Weitwinkelobjektive in diesem Bereich die Ideallösung. Diese ermöglichen noch größere Ausschnitte, die oft schon ab 10 Millimeter beginnen.

Die durchgängige Tiefenschärfe ist ebenfalls ein wichtiges Kriterium bei der Landschaftsfotografie. Die Glasqualität spielt dabei eine wichtige Rolle. Festbrennweiten ermöglichen in der Regel die beste Bildqualität, da die Konstruktion kein Zoom berücksichtigen muss. Für Fotos mit vielen senkrechten Linien wie beispielsweise in einem Wald können Tilt-Shift-Objektive diese stürzenden Linien kompensieren. Allerdings haben diese ihren Preis und kommen eher in der Architekturfotografie zum Einsatz.

Kein Stativ, kein Landschaftsfoto!

Selbst als Hobbyfotograf dürfen Landschaftsbilder auf keinen Fall aus der Hand geschossen werden. Ansonsten fällt ganz automatisch die Qualität. Viele Aufnahmen im Gelände werden erst bei längeren Verschlusszeiten richtig gut, da natürliche Aspekte wie Wind oder fließendes Wasser besser eingefangen werden können. Das Schießen aus der Hand sorgt daher unter Garantie für verwackelte Bilder. Darum muss die Kamera bei der Landschaftsfotografie immer abgestützt werden.

Ein flacher Stein oder andere gerade Flächen bieten sich als improvisierte Stütze an. Jedoch bietet nur ein Dreibeinstativ unbegrenzte Flexibilität. Die Höhe ist individuell konfigurierbar und auch auf unebenem Untergrund lässt sich das Stativ in gerader Position aufstellen. Eine fest montierte Kamera ermöglicht zudem das ruhige Einstellen der Bildkomposition. So können Landschaftsfotos immer wieder mit neuen Einstellungen geschossen werden, um das perfekte Szenario zu kreieren. Nicht zu unterschätzen ist auch das Panorama. Ein Stativ hilft dabei, dass der Horizont bei jedem Foto auf der gleichen Höhe bleibt.

Filter für bessere Ergebnisse

Filter gibt es nicht erst seit Instagram, sondern sind in der Fotografie beheimatet. Landschaftsfotos kommen ohne Filter nicht aus. Sie helfen dabei, Lichtverhältnisse auszugleichen und sorgen für sättigende Farben. Der UV-Filter ist dabei besonders wichtig, da die Landschaftsfotografie im offenen Gelände vonstattengeht und der Kamerasensor den Sonnenstrahlen ausgesetzt ist. Darüber hinaus muss das dahinterliegende Objektiv vor Staub, Schmutz sowie Feuchtigkeit geschützt werden.

Kameraeinstellungen: Die richtige Blende

Das perfekte Szenario wurde ausfindig gemacht. Nun müssen nur noch die Kameraeinstellungen stimmen. Da Naturfotos durch Detailliebe überzeugen wollen, sollten alle kleinen Facetten des Bildes scharf dargestellt werden. Daher dürfen keine großen Blendenöffnungen gewählt werden. Dadurch würde ein Teil der Aufnahme garantiert an Schärfe verlieren und der Verlust an Details ist vorprogrammiert. Allerdings ist an dieser Stelle Vorsicht geboten. Die größtmögliche Blendenzahl garantiert kein gutes Foto. Bei Blenden über 22 verliert das Ergebnis zunehmend an Bildqualität. Besonders beim späteren Hineinzoomen macht sich der Qualitätsverlust stark bemerkbar. Eine Blende zwischen acht und 16 ist dagegen optimal für Landschaftsfotografien. Mit dem richtigen Fokus erhält man so eine Aufnahme, die im gesamten Bild scharf ist.

Belichtungszeit und ISO-Wert

Bei der Verschlusszeit existiert in der Landschaftsfotografie kein Königsweg. Viel mehr wird sie als gestalterisches Mittel eingesetzt und kann die Aufnahme massiv beeinflussen. Die Öffnungszeit des Shutters hängt sowohl von der Lichtsituation als auch von der Location ab. Bei starkem Sonnenschein sind kurze Verschlusszeiten fast unumgänglich, um im Bereich der optimalen Blendenzahl zu bleiben. Ist der Lichteinfall eher seicht, lässt das einen Spielraum für die Verschlusszeiten offen und bietet künstlerische Gestaltungsmöglichkeiten in der Landschaftsfotografie.

Wird z.B. ein Feld mit Blumen fotografiert, können Belichtungszeiten von mehr als einer Sekunde die Bewegung der Pflanzen einfangen. Ein beliebtes Motiv ist die Fließgeschwindigkeit von Flüssen, die ebenfalls durch einen lange geöffneten Shutter eingefangen werden kann. Zeiten über 1/200 frieren dagegen das Wasser ein.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil für die Bildqualität ist die richtige ISO-Einstellung. Da Naturfotos später oft im Großformat abgezogen werden und die Wände von Wohnungen zieren, sollten auf keinen Fall irgendwelche Qualitätsdefizite vorhanden sein. Hohe ISO-Werten führen schnell zum Rauschen des Bildes. Die Aufnahme weist ein körniges Muster auf und ist dementsprechend unbrauchbar. ISO-Werte ab 800 sollte man daher tendenziell meiden. Niedrigere Stufen von 50, 100 oder 200 sind deutlich bessere Optionen und garantieren rauschfreie Bilder.